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Erlebnisreise Japan

Zu einer wunderbaren Erlebnisreise wurde für die 42 Teilnehmer die Chorreise des Sängerbundes Ruit vom 14. bis 24. Mai 2010 nach Japan. Nach rund 11stündigem Flug kamen wir am Vormittag des 15. Mai in Osaka in der Region Kansai an, wo wir von unserer Reiseleitung, Frau Higo (Higo-san) empfangen und zu unserem Domizil für die nächsten drei Tage begleitet wurden.

Es ging nach Kyoto, dorthin, wo das Herz der traditionellen japanischen Kultur schlägt. Und wir wurden nicht enttäuscht: die gewaltige halb offene Halle des postmodernen Bahnhofsgebäudes, die wir per Rolltreppen bis zum Dachgarten erklommen, kontrastierte mit einer Vielzahl kulturhistorisch herausragender Tempel, Schreinen und Gartenanlagen, allen voran der Kinkaku-ji, der Goldene Pavillon, der Ryoan-ji Tempel mit dem berühmtesten Zen-Steingarten Japans (wo ist der 15. Stein?) oder das Nijo-Schloss der Tokugawa Shogune. Nicht zu vergessen – die an einem Berghang im Norden der Stadt malerisch gelegene Tempelanlage der Kiyomizu-dera, die wir zusammen mit etlichen japanischen Schulklassen über eine enge Ladenstraße erklommen. Schulklassen trafen wir an jeder der klassischen Besichtigungsstätten – offenbar real praktizierter Geschichtsunterricht im Lande Nippon. Ein Bummel durch Gion, das historische Geisha-Viertel mit geschmackvoll restaurierten Sträßchen rundete das Kyoto-Bild ab.

Auf dem Weg zur alten Kaiserstadt Nara besichtigten wir tags darauf ein Kleinod japanischer Architektur, die elegante Phönix-Halle des Byodo-in Tempels in Uji. Und da Uji das Zentrum des grünen Teeanbaus ist, wohnten wir hier in einem Teehaus einer traditionellen Teezeremonie bei. Wir erreichten die erste Hauptstadt Japans Nara. Keinerlei Scheu vor den Besuchermengen zeigten im dortigen Naturpark äußerst zutrauliche Rehe und Hirsche. Der Weg führte uns zum riesigen Tempelbezirk des Todaij-ji, der den Großen Buddha von Nara beherbergt. Sehr zur Freude der anderen Besucher (und wie unsere Higo-San meinte, auch zur Freude Buddhas) brachten wir vor dem großen Eingangstor ein kleines musikalisches Ständchen. Durch ein Spalier von unzähligen Steinlaternen im Wald kamen wir dann noch zum Kasuga-Schrein, der mit Hunderten von Bronzelaternen geschmückt ist.

Am darauf folgenden Morgen (Dienstag, 18.5.) brachte uns der Shinkansen, der berühmte Hochgeschwindigkeitszug, in 2 Stunden nach Mishima, von wo aus es mit dem Bus ins Landesinnere, hoch nach Hakone ging. Bei der Schifffahrt auf dem Ashi-See und der Seilbahnfahrt über das „Tal des großen (Schwefel-)Dampfes“ – Spezialität: in den heißen Quellen gar gekochte schwarze Eier – gab uns auch der heilige Berg Japans, der Fuji-san, die Ehre, schob die Wolken beiseite und zeigte sich in seiner ganzen Pracht. Wir übernachteten in einem traditionellen Ryokan (Onsen, Kimono und überall die unvermeidlichen Hauspantoffeln).

Weiter ging es zum Ziel unserer Reise nach Tokyo: ein unüberschaubares Meer an Gebäuden und Hochhäusern, von Menschen überquellende Straßen und U-Bahnen, mehrstöckige Hochstraßen, Stadtautobahnen, Superexpresszüge und mittendrin als grüne Insel der Kaiserpalast. Die Regie hätte es nicht besser arrangieren können: Wir waren gerade auf dem großen Platz vor dem Palast angekommen, als der Tenno mit Eskorte von einem Staatsempfang heimkehrte und uns freundlich zuwinkte – und wir natürlich zurück. Asakusa-Tempel und Meji-Schrein, das architektonisch beeindruckende Rathaus mit einer Höhe von 240 m, die lebhafte Nakamise-Straße und das elegante Ginza-Viertel waren weitere Punkte unseres Tokyo-Programms, und ebenso ein Ausflug in die herrliche Berglandschaft bei Nikko mit seiner großartigen Tempelanlage, dem Toshogu Schrein und dem prächtigen Yomei-mon („Traumtor“).

Die letzten drei Tage standen dann ganz im Zeichen der Musik: zunächst am Freitag 21.5. unser Konzert vor rd. 300 Zuhörern mit einem Potpourrie von klassischem Liedgut (Mozart, Brahms, Schumann), modernen europäischen Weisen (aus Frankreich, Russland, Spanien, Schweden) bis hin zum Volkslied und einem Medley japanischer Weisen, unseren Solisten Dietmar Strobel und Josef Jessberger und natürlich unsere Yoshiko Murozuka am Piano, deren Eltern wir hier wieder trafen. Frau Murozuka, die uns bei der Vorbereitung unserer Konzerte sehr unterstützte, hatte uns mit ihren Freundinnen einen herzlichen Empfang bereitet, und nach dem Konzert saßen wir noch bei einem japanischen Abendessen zusammen. Am Sonntag folgte dann ein gemeinsames Konzert mit japanischen Chören vor rd. 1500 Zuhörern. Es war eine große Herausforderung und hat uns und dem Publikum viel Freude bereitet. Und wir freuen uns schon heute, wenn ein japanischer Chor sein Versprechen wahr macht und 2011 zum Gegenbesuch nach Ruit kommt: bis dahin sayonara….

Müde, aber glücklich brachte uns dann unser Flugzeug am Pfingstmontag wieder in die Heimat zurück.

Danke oder ganz herzlich aligatoh gilt es zu sagen: unserem Josef Jessberger und unserer Yoshiko Murozuka für die Vorbereitung von Reise und Konzert und Uli Steinhilber für die Organisation und die Gesamtregie vor Ort, unserer Dirigentin Ludmilla Meißner, den Solisten Dietmar Strobel und Josef Jessberger und schließlich allen Sängerinnen und Sängern und Teilnehmern der Reise für ihr Engagement, die gute Stimmung und den hervorragenden Zusammenhalt der Reisetruppe.